
Sicherlich habt ihr schon oft von Prolaktin gehört – meist im Zusammenhang mit Mutterschaft, da dieses Hormon die Produktion der Muttermilch steuert. Allerdings kann ein unausgewogener Prolaktinspiegel auch andere Auswirkungen haben, insbesondere wenn man versucht, schwanger zu werden.
In diesem Artikel erklären wir, was passiert, wenn der Prolaktinspiegel erhöht ist, welche Werte als bedenklich gelten, welche Behandlungen möglich sind und wie ein hoher Prolaktinwert die Empfängnis beeinflusst.
Inhaltsverzeichnis
ToggleWas ist Prolaktin?
Prolaktin ist ein Hormon, das in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) produziert wird, einer kleinen Drüse an der Basis des Gehirns. Es spielt eine entscheidende Rolle in mehreren körperlichen Prozessen, besonders bei Frauen.
Seine wichtigste Funktion ist die Unterstützung der Fortpflanzung und insbesondere der Milchbildung. Während der Schwangerschaft steigt der Prolaktinspiegel an, um die Brustdrüsen auf die Milchproduktion vorzubereiten. Nach der Geburt führt das Saugen des Babys zu einem erneuten Anstieg, der die Milchproduktion auslöst.
Doch Prolaktin ist nicht nur für die Ernährung des Babys wichtig. Es trägt auch zur Regulierung des Menstruationszyklus und des Eisprungs bei. Daher ist ein ausgeglichener Prolaktinspiegel besonders wichtig, wenn man versucht, schwanger zu werden.
Produzieren Männer auch Prolaktin?
Ja, Prolaktin ist kein ausschließlich weibliches Hormon. Auch Männer produzieren es – allerdings in wesentlich geringeren Mengen. Bei Männern ist seine Funktion weniger klar definiert, doch Studien weisen auf Zusammenhänge mit dem Fortpflanzungssystem und dem Stoffwechsel hin.
Hoher Prolaktinwert: Ursachen
Ein hoher Prolaktinwert, der nicht durch Schwangerschaft oder Stillzeit erklärt werden kann, kann verschiedene Ursachen haben. Die häufigsten sind:
Adenome oder Hypophysentumoren
Dies sind meist gutartige Tumoren in der Hypophyse. Sie können die Hormonregulation beeinflussen und die Prolaktinproduktion erhöhen.
Bestimmte Medikamente
Einige Arzneimittel können als Nebenwirkung die Prolaktinwerte erhöhen, z. B. Antipsychotika, Antidepressiva, Blutdruckmittel, Opioide oder Medikamente zur Behandlung bestimmter Magen-Darm-Erkrankungen.
Schilddrüsenerkrankungen
Eine Schilddrüsenunterfunktion kann zu Hyperprolaktinämie führen, da Schilddrüsenhormone und Prolaktin eng zusammenwirken.
Nierenerkrankungen
Bei Nierenproblemen kann der Körper Prolaktin schlechter abbauen, was zu einem erhöhten Spiegel führt.
Stress und übermäßige körperliche Belastung
Hoher Stress oder intensiver Sport können die Freisetzung von Prolaktin anregen.
Genetik
In einigen Fällen besteht eine genetische Veranlagung, die zu einem erhöhten Prolaktinspiegel führt.
Was passiert bei einem hohen Prolaktinspiegel?
Ein hoher Prolaktinwert – medizinisch Hyperprolaktinämie – kann den Menstruationszyklus stören und damit die Empfängnis erschweren. Sie zählt zu den Erkrankungen, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
Zu den möglichen Folgen gehören:
- Unregelmäßiger Zyklus
- Anovulation (kein Eisprung)
- Verminderte Libido
- Schlechtere Qualität des Zervixschleims, was die Beweglichkeit der Spermien erschwert
Welche Prolaktinwerte sind besorgniserregend?
Es ist schwierig, feste Grenzen zu setzen, da jeder Fall individuell betrachtet werden muss. Dennoch gelten Prolaktinwerte zwischen 4 und 23 ng/ml bei nicht schwangeren Frauen als normal. Werte darüber hinaus werden häufig als erhöht angesehen.
Da Stress, Medikamente oder andere Faktoren den Prolaktinspiegel beeinflussen können, ist es wichtig, die Werte gemeinsam mit einem Arzt zu interpretieren.
Was ist die Behandlung bei hohem Prolaktinwert?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des hohen Prolaktinspiegels. Häufig kommen Medikamente wie Cabergolin oder Bromocriptin zum Einsatz. Diese helfen, den Prolaktinspiegel zu normalisieren und die Ovulation zu regulieren. Der Arzt entscheidet individuell über Dosierung und Therapie.
Kann ich trotz hohem Prolaktinwert schwanger werden?
Ja, es ist durchaus möglich, trotz Hyperprolaktinämie schwanger zu werden. Obwohl ein hoher Prolaktinspiegel die Empfängnis erschweren kann, erreichen viele Frauen nach der richtigen Behandlung eine Schwangerschaft. Neben Medikamenten können auch Lebensstiländerungen wie Stressreduktion und gesunde Ernährung empfohlen werden.
Wenn du glaubst, unter einem hohen Prolaktinwert zu leiden oder Symptome bemerkst, empfehlen wir, einen Facharzt zu kontaktieren, der dich beraten und die optimalen Schritte für deinen Kinderwunsch einleiten kann.