
- In diesem Artikel erklären wir die wichtigsten Hinweise und Empfehlungen zum Prozess der Sammlung einer Samenprobe.
Die häufigste Fruchtbarkeitsuntersuchung beim Mann ist das Spermiogramm. Dabei wird eine durch Masturbation gewonnene Samenprobe analysiert, um vor allem die Konzentration, Beweglichkeit, Vitalität und Morphologie der Spermien zu beurteilen. Idealerweise sollte die Probe in einem spezialisierten Labor einer Kinderwunschklinik abgegeben werden, da dort mehr Erfahrung vorhanden ist als in allgemeinen Labors.
Um zuverlässige Ergebnisse zu gewährleisten, müssen bestimmte Schritte befolgt werden, damit die Analyse die tatsächliche Qualität der Ejakulation widerspiegelt.
Inhaltsverzeichnis
ToggleWas ist vor einem Spermiogramm zu beachten?
Vor der Sammlung der Samenprobe sollten einige Empfehlungen beachtet werden, da verschiedene Faktoren die Samenqualität beeinflussen können.
- Vermeiden Sie Alkohol und Freizeitdrogen. Diese Substanzen können die Samenqualität negativ beeinflussen und sollten daher gemieden werden.
- Medikamente. Einige Arzneimittel können die Samenqualität verändern. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen, damit er entscheiden kann, ob eine vorübergehende Unterbrechung sinnvoll ist.
- Hitzeeinwirkung. Hitze beeinträchtigt die Samenqualität. Vermeiden Sie daher Saunen, heiße Bäder, enge Kleidung oder Aktivitäten, die Wärme im Genitalbereich erzeugen.
Wichtige Schritte zur Sammlung der Samenprobe
Es wird empfohlen, vor der Abgabe der Probe 3 bis 5 Tage sexuelle Enthaltsamkeit einzuhalten. Zur Sammlung DARF KEINESFALLS ein Kondom verwendet werden, da viele Kondome Spermizide enthalten, die Spermien schädigen. Die Probe darf auch nicht mit Speichel vermischt werden, da dieser ebenfalls eine schädliche Wirkung hat. In den acht Stunden vor der Probenabgabe sollten keine Cremes oder Gleitmittel am Genitalbereich verwendet werden. Es wird empfohlen, den Penis mit Wasser und Seife zu waschen und gründlich abzuspülen.
Die Samenprobe wird durch Masturbation gewonnen – niemals durch „Coitus interruptus“ – direkt in einen sterilen Behälter mit weiter Öffnung, wie er auch bei Urinanalysen verwendet wird. Die vollständige Ejakulation muss im Behälter gesammelt werden. Wird die Probe nicht in der Klinik abgegeben, muss sie so schnell wie möglich, spätestens innerhalb einer Stunde, ins Labor gebracht werden, da Spermien nach der Ejakulation allmählich degenerieren. Während des Transports sollte die Probe vor Kälte und Hitze geschützt werden. Eine einfache Möglichkeit ist es, den Behälter in der Hosentasche zu transportieren.
Bei der Abgabe der Probe ist es wichtig, die Uhrzeit der Sammlung mitzuteilen und anzugeben, wenn ein Teil der Probe verloren gegangen ist – in diesem Fall muss die Analyse wiederholt werden. Ebenso sollten Sie dem Labor mitteilen, ob Sie in den letzten drei Monaten eine Krankheit und/oder Fieber hatten, ob eine Operation (insbesondere am Hoden) durchgeführt wurde, ob Sie Medikamente einnehmen und wie viele Tage seit der letzten Ejakulation vergangen sind. Bei Fragen wenden Sie sich stets an medizinisches Fachpersonal.
Welche Ergebnisse gelten als optimal?
Es ist schwierig, „optimale“ Werte klar zu definieren, da die Fruchtbarkeit eines Paares nicht allein von der Samenqualität abhängt. Aus diesem Grund veröffentlicht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der jüngsten Ausgabe ihres Handbuchs für die Untersuchung menschlichen Spermas keine Normalwerte, sondern die unteren Referenzwerte der Parameter von 4.500 Männern aus 14 Ländern, die im Jahr vor der Analyse mindestens ein Kind gezeugt hatten. Diese Werte lauten:
- Volumen: 1,5 Milliliter (ml).
- Gesamtzahl der Spermien: 39 Millionen pro Ejakulat.
- Spermienkonzentration: 15 Millionen pro ml.
- Vitalität: 58% lebende Spermien.
- Progressive Motilität: 32%.
- Gesamtmotilität (progressiv und nicht-progressiv): 40%.
- Normal geformte Spermien: 4%.
Wenn die Ergebnisse Ihrer Samenprobe innerhalb dieser Werte liegen, gehören Sie zur durchschnittlichen Gruppe fruchtbarer Männer – dies garantiert jedoch keine Fruchtbarkeit.